Volkslied aus „Sang und Klang“, hrsg. von E. Humperdinck

 

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Löwenzahn

Vom Hauch des Windes
angerührt
wirst du getragen
scheinbar ziellos
in die Weite

Hinunter
musst du
darfst du

Bejah den Tod
du wirst ihn überwinden
durch Aufbruch
jetzt und hier
fast unbemerkt

Je tiefer
du ergreifst das Dunkel
Pfahlwurzel
Himmel-Erd-verbindend
gezacktes Grün erwächst
aus eingeflammter Bitternis

je leuchtender
strahlt deine Sonnenkraft
vielfältig Gold

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„Erster Verlust“, Robert Schumann

 

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Glück

Ich steige hinauf den Hügel
Tag für Tag
höher

Erklimme die Stufen
Tag für Tag
flinker

Die Beine
eingerostet
daheim
schmerzen
Tag für Tag
weniger

Und ich bin
glücklicher
von Tag zu Tag

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Volkslied aus „Sang und Klang“, hrsg. von E. Humperdinck

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Die Silbermöwe

Sitzend
auf der Steinmauer
koste ich die Sonne

Trinke ihre Wärme
nach Tagen
trüb und grau

Eine Möwe
nähert sich
Schritt für Schritt
und hält inne
neben mir

Ich öffne
meine Augen
schau´ sie an

Ja
du bist schön

Dein Kopf und der Hals
glänzen hell
wie der Schnee

Du
bist schön

Deine Flügel ganz in Grau
sind sehr schick
wie zum Ausgehen bereit

So
schön

Die Schwanzfedern
kurz
in Schwarz-Weiß

Bist du
schön

Deine Beine und der Schnabel
leuchten gelb
gleich den reifen Limonen

Wunderschön

Hast die Augen
blank
geputzt
wohl
für mich?

Wiegst den Kopf
hin und her
ziemlich keck
zwinkerst jetzt
du mir zu?

Denn
dein Punkt
auf dem Schnabel
ist geformt
wie ein Herz

Bist
so schön du
für mich?

Breitest aus
deine Flügel
eilst
davon
suchst
das Weite

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Vor der Tür
     leuchtet die Ferne

 

„Sonatine G-Dur“, L. v. Beethoven

 

Alle Texte © emg sind veröffentlicht in „Die Ferne ganz nah. La distanza vicina“ und „Ankommen unterwegs. Raggiungere muovendosi“, NOTschriften Verlag 2019 und 2024.
Übersetzung ins Italienische: Dr. Ilenia Faroldi.
Die Texte auf Deutsch und Italienisch wurden von Elisabeth Melzer-Geissler eingesprochen, die Musikstücke von ihr gespielt.