Schweigen ist Silber (2008)

>> überarbeitete Neuauflage 2015: „Schweigen ist Silber“ <<

2008
Kurzprosa. Autobiografische Skizzen.
Husum Druck- und Verlagsgesellschaft mbH u. Co. KG
Edition Euterpe / Husum
ISBN 978-3-89876-398-1
Vergriffen. Rest-Exemplare bei der Autorin.

Cover & KlappentextInhaltsverzeichnisBeschreibungÖffentliche Stimmen / Rezensionen

Cover & Klappentext

Elisabeth Melzer-Geissler, geb. 1950, erlebte Kindheit und Jugend in Sachsen. Nach naturwissenschaftlichem Abitur und Berufsausbildung in Dresden studierte sie Musik in Weimar und Theologie in Leipzig. 1977 reiste sie mit der jungen Familie aus der DDR aus. Ihr Examen in Musik- und Religionspädagogik absolvierte sie in Reutlingen und Stuttgart. Seit 1984 lebt sie mit ihrer Familie in Horst in Schleswig-Holstein. Sie ist Mutter dreier Kinder. Über zwanzig Jahre war sie als Lehrerin an Freien Schulen tätig sowie als Musikerin und Erzählerin. Seit 2003 ist sie freiberufliche Autorin und VHS- und Musikdozentin. Sie ist Mitglied in mehreren Kulturvereinen und 1. Vorsitzende des Verbandes „Schriftsteller in Schleswig-Holstein“.

Aus einem spannungsreichen Leben schildert die Autorin Erlebnisse aus ihrer Kindheit und Schulzeit in der DDR bis hin zu Begegnungen in Norddeutschland und Dänemark. Christliche Prägung durch das elterliche Pfarrhaus und staatliche Ideologie stehen in Spannung zueinander, was schon im kindlichen Alltag empfunden wurde und in diesen Geschichten am einzelnen Fall verdeutlicht wird. Die Unmittelbarkeit und Frische der Erzählungen versetzen den Leser in eine Wirklichkeit, die inzwischen Geschichte geworden ist.

Therese Chromik / Lektorin


Inhaltsverzeichnis

 Inhaltsverzeichnis


Beschreibung

Die Auswahl der Kurzprosa wurde lektoriert von Therese Chromik und herausgegeben in der Edition Euterpe im Husum Verlag.

> Dr. Therese Chromik / Euterpe
> Dr. Bodo HeimannEuterpe
Literaturhaus Schleswig-Holstein

Die besinnlichen Texte fangen die Atmosphäre der Fünfziger-, Sechzigerjahre einer Jugendlichen im DDR-Alltag ein. Trotz der Bedrückung – für die heranwachsende Pfarrerstochter belastend spürbar bis in den Schulalltag hinein – überwiegen Hoffnung auf Freiheit und bewegende Begegnungen und Erlebnisse in Ost und West.

Da lesen wir vom russischen Küster, der die Schülerin bei einer Klassenfahrt in Weimar zur Seite nahm und begegnen dem Buchbinder in Polen, dessen Fünkchen in den Augen ansteckend wirkten. Da vermittelte der Lieblingslehrer in Dresden Mut, obwohl er selbst am System zerbrach. Da blieb eine tiefe Verbindung zum Klassenlehrer der Heimatstadt – jahrelang und unausgesprochen über W. Borchert. Da begegnen wir dem alten Freund von E. Barlach, dessen herbe Kommentarlosigkeit von einst sich mit den Jahren zum Wegweiser wandelte. Und bei den Orangen, die in Gießen, kurz nach der Ausbürgerung aus der DDR an der Straße im Februar „geerntet“ werden konnten, schmeckt man etwas von Ost-West. Vielleicht erahnt mancher beim Nachklang zu Rostropovichs Konzert in Hamburg ebenfalls: Es müssen wohl nicht immer die Posaunen von Jericho sein, die Mauern zum Einsturz bringen.


Öffentliche Stimmen / Rezensionen

Aus der Rezension von Andreas Fehler / Kiel:

Als 2008 Elisabeth Melzer-Geissler ihren Band “Schweigen ist Silber” veröffentlichte, eilte der 20. Jahrestag der DDR-Grenzöffnung mit großen Schritten auf uns zu …

Ich … las “Schweigen ist Silber”. Das Buch kam zur rechten Zeit.

Die Autorin erzählt gekonnt und einfühlsam im ersten Teil Erlebnisse, Reflexionen aus Kinder-, Jugendtagen. Dies ist sicherlich noch nicht besonders mitteilenswert, … wäre da nicht die Perspektive einer kritisch Heranwachsenden, eingebettet in einem evangelischen Elternhaus nahe Dresden. Die DDR-Betrachtung … erschien mir … neu und innovativ … brachte … interessante Einblicke und somit mitteilenswerte Geschichten.

Im zweiten Teil des Buches … finden wir Geschichten einer geloteten Autorin, die über Deichlandschaften, Kreuzfahrtschiffe oder Silvesterabende in der Runde zu erzählen versteht. Nichts wirklich Neues im Westen. Alltag des Glücklichseins … wäre da nicht ein feiner -, zwischen den Zeilen zu spürender Ton.

Lesenswert! 

 

Aus dem Gästebuch:

Vielen Dank für den Vortrag! Für mich als West-Nachkriegskind vom selben Geburtsjahrgang ist die DDR eine ganz andere Welt, die ich gerne verstehen möchte – aber es ist nicht leicht manchmal. Gleichwohl berührt mich das Allgemein-Menschliche, das hier wie dort ähnlich ist … Anderes erschüttert mich … Wie lang mag es dauern, bis wir uns wirklich als ein Land empfinden? …

Haben Sie herzlichen Dank für Ihren bewegenden Bericht und die feinen Lesungen 

 

Lutz Gallinat / Lübeck:

… ihre Prosa ist authentisch und hat dokumentarischen Charakter …

Advertisements