Pressetext zur: Lesung mit Musik „Intervalle in die Zukunft“

Pressetext zur: Lesung mit Musik „Intervalle in die Zukunft“

Sehr verschiedenartig sind die vier Lebensberichte, die von der Autorin zusammengestellt wurden und in der ersten Ausgabe der Oederaner Stadtporträts“, hrsg. vom Kultur- und Kunstverein Oederan e. V., beim NOTschriften Verlag Radebeul 2014 erschienen.

Der in Oederan geborene Kammersänger Helmut Klotz, der im Frühjahr 2015 sein 80. Lebensjahr vollendete, bildet den Abschluss dieser vier Porträts. Aus der Lebensgeschichte von Kammersänger Helmut Klotz wird die Autorin Elisabeth Melzer-Geissler am Sonntag, 24. Januar 2016, ab 17.00 Uhr im Ariowitschhaus in Leipzig lesen, am Klavier die Pianistin Ayala Rosenbaum aus Salzburg.

Adresse: Jüdisches Kultur- und Begegnungszentrum, Hinrichsenstraße 14, 04105 Leipzig.
Veranstalter: www.ariowitschhaus.de

Als Solist des Opernhauses und als Leiter des Synagogalchores Leipzig wurde Kammersänger Helmut Klotz als Musiker in der Nähe und in der Ferne berühmt und wertgeschätzt. Schon zu DDR-Zeiten war der Künstler als Sänger und Chorleiter quer durch Europa in verschiedenen Himmelsrichtungen unterwegs. Nach der Wende baute KS Helmut Klotz neben den bestehenden Brücken auch solche zum Kap der Guten Hoffnung, zu Nord- und Südamerika und vertiefte seine Verbindung zu Israel. Zugleich brachte er sich durch Konzerte auch in seiner Heimat- und Geburtsstadt Oederan immer wieder in Erinnerung.

Er erhielt neben dem Kunstpreis der DDR und dem Titel als Kammersänger zahlreiche weitere Auszeichnungen, darunter u. a. den Verdienstorden des Freistaates Sachsen, die Ehrenmedaille der Stadt Leipzig und 2005 das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der BRD und wurde im In- und Ausland mehrfach geehrt, 2007 mit dem Eintrag in das Goldene Buch des Keren Kayemeth LeIsrael in Jerusalem.

Zur Lesung am 24. Januar 2016 im Ariowitschhaus in Leipzig geht es vor allem um die Lebensgeschichte des aus Oederan stammenden Kammersängers Helmut Klotz, um biografisch-menschliche Ereignisse vor dem historischen Hintergrund der Zeitgeschichte. In der Biografie von Helmut Klotz überkreuzen sich die erschütterndsten Ereignisse des 20. Jahrhunderts: Starb der Bruder seiner Mutter als Antifaschist an den Folgen der Misshandlungen durch die Chemnitzer Gestapo, wurde sein Vater in einem Konzentrations-Lager der Sowjets umgebracht. Vielleicht entstand gerade deshalb in Helmut Klotz das tiefe Anliegen, durch die Kunst Versöhnung und Menschlichkeit in die Welt zu tragen. Dies ist ihm gelungen.

In der Belebung, Erhaltung und Verbreitung der jüdischen Kultur, die durch die Nationalsozialisten vollständig vernichtet werden sollte, fand Helmut Klotz sein Lebensziel. So setzte er sich – trotz Morddrohungen, die er bereits zu DDR-Zeiten erhielt – für Völkerverständigung mit Israel und für die Pflege und Verbreitung der Jüdischen Musik ein. Der Eintrag in das Goldene Buch in Jerusalem wurde für ihn zum Höhepunkt seiner menschlichen Bemühungen – durch die Kunst der Musik Brücken zu bauen.

Das Interview mit Kammersänger Helmut Klotz führte die Autorin Elisabeth Melzer-Geissler am 17. März 2011 in der Künstler-Garderobe des Leipziger Opernhauses, die über vier Jahrzehnte den Künstler hinter den Kulissen – mit und ohne Schminke – erlebt hat.

Die Autorin wuchs als Pfarrerstochter in Oederan auf und hatte Helmut Klotz als Kind nur flüchtig kennengelernt. Seit über 30 Jahren ist sie in Schleswig-Holstein zu Hause. Die Gespräche mit den Porträtierten wurden von ihr im Auftrag des Kultur- und Kunstvereins Oederan e.V. geführt. Das Buchprojekt wurde dankenswerterweise durch das Sächsische Staatsministerium für Kultus unterstützt. Durch Recherchen, Besuche und zahlreiche Gespräche für das Buch entstand in den vergangenen Jahren eine frische, herzliche Verbindung zwischen der Autorin, den Porträtierten und ihrer Heimatstadt.

www.elisabethmelzergeissler.de

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